Videosprechstunde per Skype oder Whatsapp, etc.? Eine Lösung?

Videosprechstunde

Gerade bei langen Anfahrtswegen oder nach Operationen können telemedizinische Leistungen eine sinnvolle Hilfe sein, so wie die Videosprechstunde. Ärzte können ihren Patientinnen und Patienten dabei  die weitere Behandlung am Bildschirm erläutern, den Heilungsprozess einer Operationswunde begutachten oder ein Gespräch führen. So müssen Patientinnen und Patienten nicht für jeden Termin in die Praxis kommen.

Was muss ich in meiner Praxis beachten, wenn ich die Videosprechstunde anbieten will?

In der Praxis sind folgende Punkte für Ihre Lösung zu beachten:

  • Es muss grundsätzlich auf Patientenseite eine Einwilligung erteilt werden
  • Die Sprechstunde muss in Räumen stattfinden, welche die Privatsphäre gewährleisten
  • Die eingesetzte Technik muss eine angemessene Kommunikation gewährleisten
  • Eine vertrauliche und störungsfreie Abwicklung muss gewährleistet werden
  • Der Klarname der Patientin / des Patienten muss für die Praxis erkennbar sein
  • Die Videosprechstunde muss frei von Werbung sein

Welche Anforderungen gibt es an den Anbieter?

Videosprechstunde

Um die rechtlichen Gegebenheiten ein zu halten, sollte auf einen zertifizierten Dienstleister zurück gegriffen werden. Folgende Anforderungen gibt es an den Anbieter der Videosprechstunde:

  • Der Videodienstleister muss zertifiziert sein KBV & GKV-Spitzenverband
  • Die Praxis erhält eine Bescheinigung des Anbieters § Anlage 31 b zum BMV-Ä bzgl. Informationssicherheit und Datenschutz
  • Der Videodienstanbieter muss gewährleisten, dass die gesamte Übertragung Ende-zu-Ende verschlüsselt ist

Wie kann eine Organisation einer Videosprechstunde erfolgen?

Die Abwicklung muss entsprechend für die Praxis und für den Patienten sinnvoll sein. In der Regel ist folgender Ablauf sinnvoll:

  • Der Arzt registriert sich bei einem entsprechenden zertifizierten Videodienstanbieter
  • Der Arzt / Praxis erhält die entsprechenden Zugangsdaten
  • Der Arzt / Praxis teilt dem Patienten einen freien Termin zu
  • Der Patient muss vor der ersten Videosprechstunde seine Einwilligung erteilen (entweder beim Arzt oder beim Videodienstanbieter)
  • Arzt & Patient wählen sich beim Videodienstanbieter ein – der Patient wartet im Online-Wartezimmer, bis er vom Arzt zugeschaltet wird
  • Am Ende melden sich beide Seiten ab
  • Dokumentation auf Seiten des Arztes / Praxis

Ist die Videosprechstunde immer möglich?

Grundsätzlich ist in unseren Augen die Videosprechstunde ein geeignetes Instrument dafür, dass die Kommunikation mit dem Patienten flexibel gestaltet werden kann. Allerdings ersetzt sie nicht die Untersuchung bei einem entsprechenden Facharzt. Allerdings kann sie genutzt werden, um Vorgespräche oder kurze Nachschauen entsprechend zu realisieren.

Kann auch Skype oder WhatsApp genutzt werden?

Nach Rücksprache mit der Landesärztekammer Bayern wird der Einsatz von Messanger-Diensten oder Skype aus Datenschutzrechtlicher Sicht mit großer Skepsis betrachtet. Hier ist die Problematik der Anforderung an die Software zu nennen, welche eine direkte Übertragung und eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung fordert. Daher wird hier eher abgeraten.

Sie brauchen Hilfe bei der Integration?

Wie bieten Ihnen gerne Hilfe bei der Integration Ihres Videosprechstunde an.

Nach oben Statistik